Der Gutshof – soziotherapeutische Übergangseinrichtung

Adresse
c/o Balthasar-Neumann-Platz 1
97440 Werneck
Tel: 09722/94 60 15
Fax: 09722/94 60 74

Ansprechpartner:
Stefan Rehm
Dipl. Sozialpädagoge

Mail: gutshof@aufwind-ev.de

Der Gutshof - soziotherapeutische Übergangseinrichtung für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen und Begleitdiagnosen

Am ehemaligen Gutshof auf dem Gelände des Balthasar-Neumann-Schlosses betreibt der Aufwind e.V. eine soziotherapeutische Übergangseinrichtung für Menschen mit schweren neurotischen Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und Begleitdiagnosen. Insbesondere Betroffene mit der Diagnose Borderline-Störung können hier weitere Stabilisierung erlangen. Die Übergangseinrichtung ist für psychisch kranke Menschen konzipiert, die vorübergehend Hilfestellung, Unterstützung und Förderung bedürfen, um ein neues Leben außerhalb von psychiatrischen Einrichtungen finden und bewältigen zu können.

Das Raumangebot

Die soziotherapeutische Übergangseinrichtung befindet sich in den Gebäuden des ehemaligen Gutshofs auf dem Gelände des Balthasar-Neumann-Schlosses Werneck.

Die Übergangseinrichtung verfügt
in Haus I über
  • vier Bewohnerzimmer
  • eine Küche
  • ein Wohnzimmer
  • einen Mehrzweckraum


in Haus II über
  • sechs Bewohnerzimmer
  • zwei Küchen
  • ein Esszimmer
  • ein Wohnzimmer
  • ein Besprechungszimmer/Gruppenraum
  • ein Büro
  • eine Werkstatt
  • Nebenräume

Das Betreuungspersonal

Das Betreuungspersonal setzt sich aus Diplom-Sozialpädagogen/-innen, einer Ergotherapeutin und einer Hauswirtschaftsmeisterin zusammen. Außerdem steht in den Nachtstunden zusätzlich eine Rufbereitschaft zur Verfügung.

Das Betreuungsangebot

Die Dinge des Lebensalltags - Einkaufen, Kochen, Zimmer- und Wäschehygiene, etc. - erledigen die Bewohner unter Hilfestellung und Anleitung zunehmend in eigener Verantwortung. Diese Anforderungen werden als "Lebensschule" für die systematische Entwicklung von lebenspraktischen Kompetenzen verstanden.

Die primäre Tagesstruktur der Bewohner wird einerseits durch die zu erledigenden Hausarbeiten, andererseits durch den s.g. "Basiswochenplan" vorgegeben. Ein Teil der Bewohner wird, gerade zu Beginn des Aufenthaltes, damit - und mit der Erledigung des vorgegebenen Therapieprogramms - zunächst ausgelastet sein.

In der weiteren Entwicklung wird, je nach individuellem Verlauf, gemeinsam mit dem Bewohner ein individuell zugeschnittener Reha-Plan entwickelt. Je nach persönlichen Zielsetzungen können dabei lebenspraktische, soziale und/oder schulische Schwerpunkte gesetzt und verfolgt werden.

In der Übergangseinrichtung wird jedem Bewohner ein Bezugsbetreuer zugeordnet, der zentraler Ansprechpartner für den gesamten Aufenthalt ist.

Zudem werden wöchentlich in zwei Hausversammlungen, einer Stabilisierungsgruppe, einer Skillsgruppe und in Einzelgesprächen praktische Abläufe besprochen sowie soziale Konflikte bearbeitet und geklärt. Jeder Bewohner erhält einen individuellen Wochenplan. In einer Strukturgruppe kann bei Bedarf das Wochenende gestaltet werden.

In Abstimmung mit dem Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck werden zu der dortigen ambulanten Therapie komplementäre therapeutische Angebote entwickelt und vorgehalten.

über die Institutsambulanz des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck wird für jeden Bewohner das Angebot für eine kontinuierliche psychotherapeutische Einzelbehandlung ermöglicht.

Natürlich steht es den Bewohnern frei, sich für eine ambulante Psychotherapie an niedergelassene Psychotherapeuten zu wenden.

Aufnahmevoraussetzungen

Aufenthaltsdauer

Die Aufenthaltsdauer ist zunächst zeitlich nicht befristet und hängt vom Entwicklungsverlauf im Einzelfall ab. In der Regel wird von Aufenthaltszeiten zwischen 6 und 24 Monaten ausgegangen.

Im Anschluss an den Aufenthalt in der überganseinrichtung besteht die Möglichkeit, zur weiteren Stabilisierung und Verselbständigung im Rahmen des betreuten Einzelwohnens des Aufwind e.V. (oder auch eines anderen Maßnahmeträgers) begleitet zu werden. Die Bewohner leben und versorgen sich dann selbständig in ihren eigenen Wohnungen und gehen ihren schulischen oder beruflichen Verpflichtungen nach. Begleitend werden jedoch weiterhin Einzelgespräche und Unterstützungen bei den Dingen des täglichen Lebens (Haushaltsführung, Behördengänge etc.) angeboten. Die Betreuung im Rahmen des einzelbetreuten Wohnens ist je nach individueller Entwicklung auf ein bis zwei Jahre ausgelegt.

Kosten

geldDie Betreuungsleistungen in der Übergangseinrichtung "Der Gutshof" werden im Rahmen der Eingliederungshilfe durch den überörtlichen Sozialhilfeträger finanziert. Bei Einkommen und Vermögen über bestimmten, festgelegten Freigrenzen muss sich der Bewohner (und ggf. seine zum Unterhalt gesetzlich verpflichteten Angehörigen) selbst an der Finanzierung der Maßnahme beteiligen. Dies ist im Wege des Kostenübernahmeantrages beim zuständigen Sozialhilfeträger (i.d R. beim Bezirk Unterfranken) abzuklären.

Sofern die Kosten für den Aufenthalt vollständig vom zuständigen Kostenträger übernommen werden, sind sowohl die Betreuungsleistungen, als auch die Miete, die Mietnebenkosten und die Lebensunterhaltskosten damit abgedeckt. Dem Bewohner wird dann für seine sonstigen persönlichen Bedürfnisse ein s.g. "Barbetrag" zur persönlichen Verfügung gestellt.

Das Aufnahmeverfahren

Der grundsätzliche Hilfebedarf in der Übergangseinrichtung "Der Gutshof" wird in der Regel telefonisch mit dem Betroffenen selbst, mit Angehörigen, gesetzlichen Betreuern oder mit aktuell betreuenden Mitarbeitern von Diensten und Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung abgeklärt.

Bei genereller Indikation und Interesse findet ein erstes, unverbindliches Informationsgespräch statt.

Sofern nach diesem Informationsgespräch weiterhin eine Aufnahme in die Übergangseinrichtung angestrebt wird, erfolgt ein Aufnahmegespräch mit der zuständigen Fachkraft, bei dem die Erwartungen des Betroffenen, sein konkreter Unterstützungsbedarf und seine Rehabilitationsziele abgeklärt werden und über die Aufnahme bzw. über die Beantragung der Kostenübernahme beim überörtlichen Sozialhilfeträger entschieden wird.

In einem nächsten Schritt wird gemäß dem "Gesamtplanverfahren des Verbandes der Bayerischen Bezirke" das Aufnahmeverfahren abgewickelt (Sozialbericht, ärztlicher Bericht, ggf. Kostenübernahmeantrag beim überörtlichen Sozialhilfeträger).
Voraussetzung für die Aufnahme ist dann eine positive fachliche Stellungnahme des Sozialpädagogischen Dienstes des überörtlichen Sozialhilfeträgers sowie ggf. ein Kostenübernahmebescheid.

Vor der Aufnahme ist eine schriftliche vertragliche Vereinbarung über die Miet- und Betreuungskonditionen obligatorisch.

Mit der Aufnahme beginnt eine Probezeit, in der das Vertragsverhältnis beiderseits ohne Angabe von Gründen aufgelöst werden kann. Danach gilt die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist.